Epirus

Mit über 2500 Meter hohen Gipfeln und gewaltigen Schluchten bietet der Epirus einen sagenhaften Naturraum für Aktivurlauber. Seine Attraktion sind die denkmalgeschützten Zagori-Dörfer, aber auch die dunkle Welt des Totenorakels Nekromantion und das Zeus-Heiligtum von Dodoni nahe den Städten Inannina und Arta. An der Küste lädt der Ferienort Parga zu gepflegtem Strandleben ein.

Wissenswertes & Reisetipps

Vikos-Aoos Nationalpark

Mit dem Flügelschlag des Adlers
Der Fährhafen Igoumenitsa ist das Tor in die Welt des mächtigen, unnahbar wirkenden Pindos-Gebirges. In pastosen Farben scheint es wie gemalt und ist ganz anders als die bekannten Postkartenansichten Griechenlands. Alpine Hochpässe, oft schneebedeckte Gipfel, klare Gebirgsflüsse und abgelegene Dörfer mit einem besonders heimatverbundenen Menschenschlag prägen den Epirus. Das Zentrum seines urwüchsigen Naturells bildet der Vikos-Aoos-Nationalpark mit einer Pflanzenvielfalt, die in Europa ihresgleichen sucht. Für einen längeren Aufenthalt im Park gibt es nichts Schöneres als die in dichten Eichen- und Buchenwäldern versteckt liegenden Dörfer von Zagoria, benannt nach den Zagori, eingewanderten Hirtenstämmen. Die bekanntesten unter ihnen sind Papingo und Monodendri in ihrer traditionellen Bauweise aus grauem Flyschstein. Sie bieten Wanderern prachtvolle bäuerliche Unterkünfte. Alpine Pfade führen in die größte Schlucht Europas, die Vikos Aoos unter den gewaltigen Turmgipfeln der Berge Gamila und Astraka. Hier ist es keine Seltenheit, dass der majestätische Flug von Adlern und Gänsegeiern die Wege der Wanderer begleitet. Auch beim Anstieg zu den „Drakolimni“, den Drachenseen unterhalb der Gamila, zeigt der Epirus seine grandiose und raue Schönheit. Am Ausgang des Aoos-Tales, wo der Fluss aus einer Schlucht schießt, liegt das Städtchen Konitsa mit einer uralten Steinbogenbrücke. Von hier führt ein romantischer Weg zum Kloster Stomion aus dem 18. Jahrhundert. Auch die unter dem wuchtigen Smolikas-Gerbigszug liegenden Dörfer Elefthero und Paleosella geben noch einmal einen Eindruck von der Abgeschiedenheit des Epirus. Im Herbst liegt er im Farbfeuer eines „Indian Summer“ der griechischen Art.

Ioannina & Dodoni - Stadt des Paschas & theatralisches Orakel

Ioannina: Perle am See

Über die gut ausgebaute Nationalstraße ist bald die Präfekturhauptstadt Ioannina zu erreichen. Mit ihrer unverwechselbaren Silhouette, die akzentuiert ist von den Kuppeln und Minaretten zweier Moscheen, liegt sie eingebettet in die 1800 Meter hohe Kette des Mitsikeli-Gebirges über dem idyllischen Pamvotis-See. Anfang des 19. Jahrhunderts, während 34 Jahren der Regentschaft des grausamen, doch ebenso kulturell interessierten Osmanenherrschers, Ali Pascha, erlebten Ioannina und der Epirus eine wirtschaftliche Blütezeit. Seit jeher war die Stadt Zentrum des Silberhandwerks und pflegt es auch heute in stilvollen Antiquitätengeschäften. Ein exotischer Hauch liegt immer noch in den gepflasterten Gassen der Altstadt mit einer Zitadelle und Parkanlagen am Seeufer. Ein Pflasterweg führt hinauf bis zur ehemaligen Moschee des Ali Pascha, wo der Blick über den See am schönsten ist. Ioannina mit seiner Universität zeigt aber auch jugendlichen Puls. Man geht gerne aus und trifft sich vergnügt in schicken Bars im interessanten Stilmix aus epirotischer Tradition und italienischem Design.

Dodoni: Geheimnisse im Amphiteater

Nahe bei Ioannina taucht man ein in die spektakuläre Kulisse des Zeusheiligtums. Das aus meterdicken Zyklopenquadern gebaute Amphitheater weckt Ehrfurcht. In der ältesten Orakelstätte Griechenlands haben die Priester aus dem Blätterrauschen einer Eiche den Willen des großen Gottes gedeutet. Heute kommen während der Sommermonate klassische Theaterstücke zur Aufführung. 20 000 Zuschauer finden im Theater der alten Mysterien Platz.

Metsovo & Nekromantion – Die reinen Glaubensfragen

Metsovo: Essen & Beten

Dieses andere Tor in den Epirus hat sich mit seinen klassischen Stein- und Holzhäusern, seinen vorspringenden Erkern und phantastischer Aussicht als Idyll in die Bergwelt geschmiegt. In holzbeheizten Tavernen lernt man die Spezialitäten der Region kennen und speist stundenlang. Denn Metsovo ist ein Pilgerort, nicht allein zum verehrten und sehr schönen Kloster Agios Nikolaos, sondern auch wegen der bäuerlichen Produkte. Als ehemalige Zwischenstation für die Handelskarawanen aus den gut bewirtschafteten Zagoria-Dörfern war und ist es heute noch berühmt für Rotwein, Käse, Stickereien, Webarbeiten und wertvolle Holzkunst.

Nekromantion: Mystik & Natur

Im Mündungsdelta des Flusses Acheron, der in der Antike als Eingangsfluss in die gefürchtete Unterwelt bekannt war, liegt nahe dem Küstenstädtchen Parga das Totenorakel Nekromantion. Homer berichtet, dass Odysseus mit seinem Boot in den Acheron einlandete und von dort den Weg in den Hades nahm. Die Kultstätte wurde nach Grabungen unter einer Fürbittekirche freigelegt. In den kryptischen Gewölben kann man gut nachvollziehen, welch mystische Atmosphäre die Menschen der alten Welt hier erwartete. Der Flusshafen des Acheron, in dessen geheimnisvollen Mäandern einst die Pforten des Hades vermutet wurden, ist heute ein Geheimtipp für sportives Canyoning.

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